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Die kleine Geschichte des Tischfussballs

Artikel vom 17.11.2011

Tischfussball ist eine Sportart, die auf einem Spielgerät gespielt wird, das man Kickertisch, Kicker, Tischfußball Kicker oder auch Kickerkasten nennt. Es ist ein rechteckiger Tisch, auf dem ein Fußballfeld aufgezeichnet ist, das durch Banden umrahmt ist. An den Kopfenden dieser Rahmen befindet sich jeweils ein Tor und an den Längsseiten befinden sich drehbare Metallstangen, auf die Figuren geschraubt sind. Durch das Drehen dieser Stangen dreht man die Figuren und kann somit dem Ball die nötige Energie verleihen, dass sich dieser über den Tisch und möglichst ins Gegnerische Tor bewegt. Die Spielfiguren sind dabei so angeordnet, dass sie einer Fussballmannschaft auf dem echten Rasen nachempfunden sind.

Die Legende des ersten Tischfussball Kicker

Wer denn nun tatsächlich den Kickertisch erfunden hat, bleibt heutzutage relativ ungewiss. Wie auch beim echten Fussball ranken sich etliche Legenden darum, wo denn nun das erste Spielgerät erfunden wurde. Ähnlich wie beim richtigen Spiel auf dem Rasen ist es ein Engländer, der 1922 ein Patent auf ein Gerät mit Drehstangen anmeldet. Harold S. Thorntons Tisch ähnelt dabei schon stark dem heutigen Tischfussball Kicker. Der Franzose Lucien Rosengart hatte ebenfalls die Idee zu einem solchen Spielgerät. Er war in den 20er und 30er Jahren Mitarbeiter bei einem französischen Autohersteller und entwickelte einen Tisch, bei dem die Drehstangen noch an den Kopfenden waren. In Anlehnung an dieses Gerät baute die Schweizer Firma Kicker eine Weiterentwicklung des Tisches und brachte diesen auf den Markt. Daher auch der Name Kicker im deutschsprachigem Raum. Das erste richtige Patent jedoch meldete der Spanier Alejandro Finisterre im Jahr 1937 an.

Der rasante Aufstieg des Kickertischs

Nach Anmeldung des Patents durch Thornton dauerte es mehr als 30 Jahre, bis sich das Spiel in Deutschland etablierte. 1967 wurden, initiiert durch die Bildzeitung die ersten Deutschen Meisterschaften im Tischfussball ausgetragen. 1969 wurde dann schließlich der DTFB gegründet. Am rasanten Aufstieg der Kneipensportart war die Firma Löwen beteiligt, die stets überregionale Turniere veranstaltete und einmal jährlich die Deutsche Meisterschaft in Bingen, dem Hauptsitz der Firma. Jedoch verlor die Firma im Jahre 2001 das Interesse an diesen Turnieren, was hauptsächlich auf wirtschaftliche Faktoren zurückzuführen ist. Kurz darauf wurde von aktiven Spielern ein Verein gegründet, der diese Turnierserie seit dem fortführt. Für viele ist und bleibt das Kickern jedoch eine Kneipensportart.

Artikel Abrufe: 5071 | Autor: Thomas Döhler